Entspannung in Hongkong

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Entspannt in Hongkong? Jepp, das geht!

Ehrlich gesagt dachten wir, dass die aufgetankte Energie und Ruhe nach einer Woche Fiji innerhalb weniger Minuten im stressigen Hong Kong verfliegen wird, doch wir wurden eines Besseren belehrt. Als komplette Neulinge in einer asiatischen Monsterstadt haben wir natürlich alle Klischees erwartet: übervolle öffentliche Verkehrsmittel, wenig Platz und gaffende Menschen!

Was soll ich sagen? Es stimmt!

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Angekommen in unserem ersten Hotel erwartete uns schon die erste chinesische Realität: Platzmangel. Eingentlich hätten wir es besser wissen müssen als wir ein Zimmer im ‚Micro Hotel‘ (Stadtteil Kowloon) gebucht haben. Das Privatzimmer mit angeblichem Doppelbett war dann eigentlich doch nur ein drei Quadratmeter (wirklich!!) großes Loch mit Etagenbett von einer Größe, das sogar für kleine Menschen eine Zumutung ist. Sobald Nora mit dem Rucksack im Zimmer war, hätten nur noch entweder mein Rucksack oder ich reingepasst. So musste sie erstmal auf das Bett kriechen, bevor ich und mein Gepäck ins Zimmer konnten UND wir auch die Zimmertür schließen konnten. 🙂 Das Bad (0,5 qm) im Gemeinschaftsbereich mit Loch im Boden (Klo) und gleichzeitig Dusche muss ich gar nicht erst detailliert beschreiben, oder?

Dies alles hat uns unseren ersten Lachkrampf und einen dennoch positiven Start beschert.

Es folgten spannende Tage in einer ultraschwülen (37 Grad) Metropole.

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Unser neues Hostel war auf der Hauptinsel, dem Hongkong Island, und war definitiv eine super Wahl. Zentral, sauber, mehr Platz!

Aber was langweile ich Euch eigentlich mit unseren Hotelstorys? Lasst uns lieber in das faszinierende Hongkong eintauchen! Die Stadt mit ihren malerisch gelegenen insg. 263 Inseln hat uns schon beim Landeanflug den Atem stocken lassen! Bei den ersten paar Inselchen verspürt man noch leichtes Karibikflair, doch dann steuert man direkt auf einen nicht aufhörenden Dschungel an Wolkenkratzern zu, die sich wie Soldaten auf engstem Raum aneinanderreihen.

Die Stadt präsentiert eine verrückte und zugleich faszinierende architektonische Vielfalt, es kommt nicht selten vor, dass inmitten der Hochhäuser ein traditioneller chinesischer Tempel oder eine methodistische Kirche auftauchen. Für unsere zarten europäischen Sinne war also in jeder Hinsicht Karneval angesagt.

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Ein besonderes Highlight war natürlich das Essen, worauf wir uns schon seit Monaten gefreut haben. Das chinesische Essen, dass wir von zu Hause kannten, existiert in der Form einfach mal gar nicht. In Europa wurde alles an die hiesigen Vorlieben angepasst. So wurde uns ganz schön mulmig zumute als wir die Dai Pai Dongs, die traditionellen Street-Food-Stände mit ihren Hühnerbeinen, Schweinshoden oder Rinderinnereien gesehen haben. Sorry, aber so viel kulinarisches Interesse konnten wir dann auch nicht aufbringen. Anders ging es uns bei den ebenfalls traditionellen Dim-Sum-Gerichten. Dim Sum sind quasi Tapas, bestehend aus einer Vielzahl von Leckerein, wie unterschiedlich gefüllte Teigtaschen oder Brötchen, Nudel- und Fleischgerichte, sowie betörend süße Dessertkreationen.

Ach, was soll ich sagen: eigentlich haben wir den lieben langen Tag nur ans Essen gedacht und in jedem Supermarkt und an jedem neuen Stand nach einer für unsere Gaumen akzeptabler Spezialität Ausschau gehalten.

Hongkong kann aber mehr: willste shoppen? Kannste machen! Und wie!

In dieser Stadt ist einfach für jedes Budget ein geeignetes Shoppingparadies. Angefangen mit den High-Class-Läden im Zentrum, über die riesigen Märkte für Souvenirs, ausgefallene Gadgets oder Fake-Artikel (z.B. Ladies Market oder Temple Street Market) oder riesige Outletmals für Schnäppchenjäger. Gott sei Dank haben  wir keinen Platz im Rucksack, sonst wäre unser Reisebudget schneller weg und wir schneller wieder zu Hause als uns lieb ist! 🙂

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Stattdessen haben wir die unzähligen Touriattraktionen mitgenommen, die hier einfach ein Muss sind. So auch unser Besuch auf dem höchsten Punkt der Insel, dem Peak, das man mit einer sehr steilen Seilbahn erreichen kann. Die Aussicht: atemberaubend. Der Kommerz: unausstehlich. Die haben auf den Hügel doch tatsächlich ein Einkaufszentrum gigantischen Ausmaßes hingedonnert, damit die Menschen in Hongkong auch ja keinen einzigen Moment des shoppens missen müssen.

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Bereits am ersten Abend eilten wir zum Hafen, denn wir wollten unbedingt das vielversprechende ‚Symphony of Lights‘, eine tägliche Lichter-Show auf der Skyline Hongkongs anschauen! Ich muss schon sagen, das haben sie gut hingekriegt! Im Einklang mit theatralischen Klängen werden bei der Show nicht nur die Häuser im Takt illuminiert, sondern auch einzeln vorgestellt. So kriegt man auch gleichzeitig eine kleine Stadtführung. Das Ganze kann man auch mit einer Bootsfahrt kombinieren, aber das ist dann wirklich nur noch ne Touristenabzocke.

Der Besuch auf Lantau, der größten Insel der Sonderverwaltungszone, entriss uns für einen Tag dem hektischen Trubel der Großstadt und zeigte uns die ruhige und grüne Seite Hongkongs.

Die Insel ist vielseitig, beherbergt sie nämlich ein Disneyland, den Flughafen, aber auch eine riesige Tempelanlage mit dem Giant Buddha, ein altes Fischerdorf, wo man weiße Delphine beobachten kann und traditonell zubereitete fangfrische Fische essen kann; sowie zahlreiche Strände mit viel grün drumherum!

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Schon bei der Lichtershow am Montag hat uns eine Dame gewarnt: „macht soviel wie ihr könnt bis Donnerstag, denn ab da kriegen wir vom Taifun Rammasam Besuch…und da könnt ihr sowieso den ganzen Tag zu Hause bleiben“.

Na schönen Dank auch! Unsere Hosen waren voll und unsere To-Do-Liste sowieso. Wie sollen wir die bloß bis Donnerstag abarbeiten?

Sofort habe ich eine App runtergeladen, um den frechen Jungen, der uns hier den Urlaub vermiesen will, zu verfolgen. Schnell war mir dann auch klar, dass er Hongkong nur leicht berühren wird, wir also nur mit Regen und ein bisschen Wind rechnen müssen!

Sonnenschein in das trübe Wetter brachten ab Donnerstag lokale Freunde wie Anna und Thomas! Erstere ist eine Freundesfreundin von Nora, selbst gebürtige Honkongerin (sagt man das so?) aufgewachsen in Australien und nach 3 Jahren Europa (u.a. Berlin und London) fand sie nun zurück zu ihren Wurzeln und lebt jetzt in ihrer Geburtsstadt! Mit ihr haben wir eine richtig coole Skybar, die Mamoz, besucht, wo Mädels frei Sangria und Cosmopolitan schlürfen konnten und ich so nach kürzester Zeit eine Horde von gutgelaunt kichernden Mädels um mich herum hatte! Sie hat uns noch mit Tipps und Ideen für unseren letzten Tag in Hongkong ausgestattet. Dies war aber ziemlich überflüssig, denn am Folgetag hatten wir schon Thomas, unseren Freund, den wir in Tasmanien während des Couchsurfings in Hobart kennengelernt haben, in der Pipeline! Er hat uns die beste Zeit beschert, alles bis auf die letzte Minute durchgeplant, damit wir grandiose Momente in seiner Heimatstadt erleben können. Er hat ganze Arbeit geleistet, „jagte“ er uns doch kreuz und quer durch die ganze City bis unsere Füße glühten!

Unsere Reihe „Begegnungen mit fantastischen Menschen“ hat somit offiziell einen neuen Mitglied dazubekommen!

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Absolut entspannt und voller Wehmut diese fantastische Stadt verlassen zu müssen trotteten wir am nächsten Tag zum Flughafen, um unser nächstes Abenteuer, die Philippinen, in Angriff zu nehmen!

Geniesst alle Bilder dieser verrückt-sympathischen Stadt hier!

5 Kommentare zu “Entspannung in Hongkong

  1. Bomben-Fotos! Ich war mir nicht sicher beim Nachtfoto von Hong Kong… Wurde da nicht eine Szene vom „The Dark Knight Rises“ gefilmt?

    • Hahaha, keine Ahnung, ist aber gut denkbar. Ich glaub ich weiß sogar welche Szene Du meinst!
      Aktuell checken wir gerade das „Filmset“ (also die Stadt Kyoto) von ‚Memoiren einer Geisha‘

  2. @Nora: Nori, du siehst so gut aus auf den Honkong-Fotos. Alkohol, Asien und Amore stehen dir gut 😉 Ich liebe das Fotos mit dir und Thomas in der Menge! Dein Gesichtsausdruck ist einfach 100% Nora!
    @Martin: Das Foto von dir vor der Skyline Honkongs ist mein neues Lieblingsbild. Weißt du, dass du erfahrener aussiehst, seit euer Reise?! Nicht älter, eher weiser. Als würden deine Augen all das wiederspiegeln was du gesehen hast…

  3. Hello my Dears! Thank you very much for sharing all these info with us! I immediately fell in love with this place, so definitely we will go there for our honey moon:) I was so glad you wrote about the bar above, I am always a bit afraid to choose a restaurant without beeing tested. Only problem by now is just that is is closed down… so bad!!!
    Thaks again! Hugs, Ancsi