Japan. Wow!

Tokyo sightseeing tour
14 Jahre ist es nun her, dass meine liebe Frau eine Brieffreundschaft mit Yoko aus Japan begonnen hat. Was erwartet man aber von einer Freundschaft, die jahrelang nur auf Papier existiert und durch tausende von Kilometern getrennt ist? Wie eine jugendliche Urlaubsflamme hätte sich bei mir diese fragile Beziehung langsam in Luft aufgelöst oder sich in eine ganz versteckte Ecke meines Gehirns eingenistet.
Noras und Yokos Freundschaft sollte aber über etliche Jahre halten und sich stets vertiefen. Den immer persönlicheren Briefen folgten Fotos und Postkarten aus Urlauben, Yokos unvergesslichem Besuch in Ungarn und schließlich die Hochzeitseinladung nach Japan. Da sich mein Bruder aber den exakt gleichen Termin für seine Trauung ausgesucht hat, mussten wir schweren Herzens unseren Japanbesuch verschieben!
Als wir dann aber diese Reise geplant haben war eins klar: das Land des Lächelns muss mit auf die Reiseroute.
Was uns jedoch erwartet hat, hat unsere kühnsten Vorstellungen übertroffen.
 our favourite shrine in Kyoto
Geschunden und runtergerockt in Tokyo
Wie Ihr unserem Bericht über die Philippinen entnehmen könnt landeten wir nicht in der besten Verfassung in der japanischen Hauptstadt. Die Nacht davor am Flughafen von Manila verbracht, übersät mit Wunden, Noris verstauchter Arm in einer Halsbinde landeten komplett zerschlagen in der ultrahippen Metropole! Yoko hat unsere Verfassung sehr diplomatisch und souverän runtergespielt. 🙂
 Japan
Oh ja, wir sind in Tokyo! Endlich! Wie sehr ich mich schon nach diesem traumhaften Land des Sushi, Samurai, Mangas und Geishas verzehrt habe!
Das Bild, dass ich mir von Japan in meinem Kopf ausgemalt hatte, wurde auf einmal lebendig! Attribute wie bunt, schrill und laut in einem Mix mit Tradition, Technik und einem faszinierend-fremden Lifestyle ergaben bei mir ein Gesamtbild der Entzückung.
temple
Jedesmal wenn uns Yoko und ihr Mann Issie auf Entdeckungsreise in ihre Heimatstadt schickten (oder begleiteten) liefen wir nur staunend und mit tausend Fragen in unseren Köpfen umher und sogen alles ein was wir nur konnten.
Tempelbesuche, der größte Fischmarkt der Welt, shoppen in Shibuya und ein Völlereimarathon vom Feinsten waren nur einige an Higlights, die wir aus Japan mitnahmen!
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Herzlich Willkommen in Yokos Familienhotel
Ein Full-Service Hotel ist nix dagegen, was wir bei Yoko zu Hause geboten bekamen! Ein wenig außerhalb, nahe am Ozean, bewohnen Yoko und ihr Mann Issie mit ihrem süßen Söhnchen ein modernes 4-Zimmer Appartment. Hier waren wir während unseres kompletten Aufenthaltes ihre Gäste und genossen die japanische Gastfreundschaft in vollen Zügen. Jeden Abend kippten wir aus unseren Latschen, als wir zum Abendessen zitiert wurden, denn jedes Mal gab es ein traditionelles Highlight aus der japanischen Küche…und Sake! Yokos Eltern, die mittlerweile auch angereist waren, haben uns mit kulinarischen Köstlichkeiten verzaubert, uns Geschenke gemacht und geduldig unsere wissensdurstigen Fragen in ihrem besten Englisch beantwortet. 🙂
Schnell war uns klar, dass wir eigentlich gar nicht aus dem Haus gehen müssen, um japanische Authentizität zu erleben. Eine Woche mit dieser wunderbaren Familie hat uns so viel mehr über Kultur und Leben Japans beigebracht.
sushi dinnerfamily photo
Dass wir sie hier und da mal mit ungarischen Gerichten verwöhnt haben war Ehrensache. Doch finde mal alle Zutaten für einen Hähnchenpaprikasch mit Nockerln oder einem Kirsch-Mohn-Strudel… 🙂 Wir haben es trotzdem gemeistert und ein Hauch ungarische Kultur nach Japan gebracht!
Mit der Magnetschwebebahn nach Kyoto 
Eine Herzensangelegenheit für Yoko war ein Pflichtbesuch in der traditionellen japanischen Stadt Kyoto! Leider ist ihr Sohn krank geworden, weshalb sie uns alleine auf die zweitägige Entdeckungstour in die Stadt der Tempel und echten Geishas schickte. Ein Traum wurde war als wir in die hochmoderne Raumkapsel bzw. Magnetschwebebahn stiegen und wir mit 320 Sachen Richtung Kyoto sausten.
express train Japan
Die Stadt, die Drehort für ‚Memoiren einer Geisha‘ war, hat unsere Herzen höher schlagen lassen. Tempel so weit das Auge reicht, Paläste und Kultur an jeder Ecke gepaart mit diskreter Moderne (wie der Hauptbahnhof, Einkaufszentren etc.), um das tradionelle Bild dieser wunderschönen Stadt nicht zu zerstören. Mit unserer professionellen   To-Do-Liste von Yoko haben wir dann systematisch die Highlights der Stadt abgegrast und uns ins Staunen versetzen lassen.
Unsere Hoffnung, echte Geishas zu sehen, wurde leider zerschlagen als wir erfuhren, dass man sie heutzutage nur noch in sehr exklusiven und teuren Lokalen findet…und wenn wir eins nicht sind dann exklusiv oder reich.
girls wearing kimono
temple
Dennoch, Kyoto ist bei jedem Japanbesuch ein Muss und ich kann Euch nur empfehlen vorab ein paar Lieblinge rauszupicken und in Ruhe anzuschauen als die insg. xxx Tempel und Paläste einfach lieblos runterzurattern.
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Sündhafte Völlerei auf japanische Art
Wie schon erwähnt kamen wir in den Genuss etliche traditonelle japanische Speisen zu probieren. Was wir jedoch nicht gedacht hätten, ist, wie unglaublich Lecker, gesund und vielseitig die japanische Küche ist. Ich kam mir richtig trottelig vor, als ich realisiert habe, dass sich Japans kulinarisches Aufgebot nicht einzig durch ihr Sushi von der chinesischen Küche unterscheidet. Dieses Klischee wurde bei mir durch den jahrelangen Genuss von wenig authentischem, ‚asiatischem‘ (also das, was die Europäer darunter verstehen) Essen verstärkt.
Wie auch immer, Fakt ist: die japanische Küche hat sich ein Treppchenplatz bei meinen Top 10 an Lieblingsessen unter den vielen Nationen, die ich bisher probieren durfte, ergattert.
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Ich wüsste gar nicht was ich hervorheben sollte, denn alles, aber auch wirklich alles, war ausnahmslos lecker und für unsere Geschmackssinne wie Karneval in Rio. Bei den Desserts sind wir regelrecht ausgeflippt: Pudding, Kuchen und Eis aus schwarzen Bohnen oder grünem Tee? Oh yeah!! Unsere Hände und Kameras glühten nur so vom abschreiben und fotografieren der vielen Rezepte und Gerichte.
Keine Frage, diese Leckerein wollen wir auch zu Hause nachmachen!
Shoppen im bunten Neonparadies
Noch nie habe ich so eine Vielfalt an Läden mit solch einer Anzahl an ausgefallenen Klamotten gesehen wie in Tokyo! Neben der friedvollen und sehr höflich-zurückhaltenden Ordnungsliebe der Japaner herrscht in ihren Herzen auch definitiv Rock ’n‘ Roll! Halsbrecherische Schuhkreationen, Farbkombinationen die fast schon Augenkrebs versursachen, wilde Muster willkürlich zusammengemixt, extreme Frisuren und Make-up-Kreationen…und dennoch sahen sie wie eine meisterhafte Komposition aus und ließen meine innere Verklemmtheit neidisch rebellieren!
Es war sehr erfrischend zu sehen, dass die Japaner so krass tolerant sind und man – zumindest modisch gesehen – einfach machen kann was man will.
Yoko meinte, dass sehr viele Touristen nur zum Shoppen und Essen nach Tokyo kommen…tja, kann ich ihnen nicht verübeln 🙂
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crossings everywhere
Alle Länder, die wir bisher besucht haben, waren ausnahmslos positiv und machten bei Abreise mein Herz schwer, doch bei Japan ist mir mein Herz regelrecht explodiert.
Ich kann nicht anders, ich muss es jetzt offiziell gestehen:
I ❤️ Japan!
Wir sehen uns definitiv wieder…und dann bring ich Moneten und nen leeren Koffer mit!
ヨーコと家族: 思い出に残る時間をいただきありがとうございます !私たちの心には永遠に !
Noch mehr Japan gibt’s hier

3 Kommentare zu “Japan. Wow!

  1. Nóri!!! Jót mosolyogtam a bejegyzéseden, gyakolatilag megfogalmaztad, amiket én is éreztem mikor Tokióban és Kyotóban jártam. „Elefánt a porcelán boltban“ – nagyon találó! Néha nagyon idétlenül éreztem magam. A próbafülkés „élmény“ nekem még kiegészült egy „tanácsadóval“ is, aki ott sertepertélt és minden ruhát meg kellett neki mutatni magamon!!! Na meg a fizetés, meg hogy a zacskót, amibe a vásárolt ruhát teszed legragasztják!!!?! Eszméletlenek!
    Mikor odafele utaztam, a hosszú repülő úton felszolgáltak mindenféle japánnak mondott ételt, amikre alapozva konkrétan megijedtem, hogy mit fogok én kint 10 napig enni?! Borzasztó volt! Aztán kint a japán barátnőmék főztje, meg amiket étteremben rendelt, mind mennyei volt. Karaokezni nem voltatok????? Na a karaoke box még egy óriási élmény!!! Nem közönség előtt, hanem privát „fülkében“, még ételt/italt is rendelhetsz egy touch pados kütyün keresztül!!! Nagyon mókás.
    Hát.. asszem még jócskán lehetne sorolni a kultúr sokkot okozó dolgokat…

    Várom a következő indonéziás beszámolót! 😉 puszi

    • Nem, sajnos a karaoke kimaradt, mert tudod, a baratnomnek pici gyereke van, akinek 7-8 korul agyban a helye. De pl. voltunk egy etteremben, ahol a bejaratnal egy automatanal kellett megrendelni a kajat, illetve bepothogted, hogy mit szeretnel, es kiadott a gep jegyeket, amiket utana csak at kellett adnunk az asztalnal a pincernek. 🙂 aztan voltunk egy photo booth-ban, ami olyan kepeket csinalt rolunk, mintha egy magazin cimlapjan lennenk, es felnagyitotta a szemunket meg adott egy kis extra sminket 🙂 CRAZY!!!
      Koszi a biztatast, Edi! Vigyazz magatokra! 😉