Angekommen in Mysore

Unsere Indien-Reise hat – und das kann ich jetzt schon mit Bestimmtheit sagen – einen ihrer Höhepunkte erreicht. Nach unserem, sagen wir mal, abenteuerlichen Trip in Mumbai, haben wir vor knapp 1,5 Wochen die, für indische Verhältnisse, eher kleine Stadt Mysore erreicht.

Die Stadt Mysore ist in Yoga-Kreisen bekannt wie ein bunter Hund. Ein Ort, der so voller spiritueller Energie sein soll, dass es schon fast greifbar ist. Wird unter Yogis ähnlich heiß gehandelt wie Rishikesh oder Goa. Für mich war die Stadt immer ein Mythos, ich konnte sie einfach so gar nicht für mich manifestieren. Selbst als wir angekommen sind, waren wir noch unter dem Schock der Millionenmetropole Mumbai und einfach mal Null entspannt. Freunde und Familie haben uns auch ordentlich mit Warnungen und Schauergeschichten über Indien infiltriert, weswegen wir eine konstante Hab-Acht-Stellung an den Tag gebracht haben.
Kurz, wir hatten einfach permanent Schiss.

Mysore market

Gokulam, der Stadtteil von Mysore, wo wir die nächsten Wochen verbringen werden sog uns buchstäblich mit seiner Energie ein. Selten habe ich so einen Kontrast erlebt bzw. gefühlt. Die Stimmung hier ist scheinbar konstant positiv, die Leute lächeln Dich auf der Straße an, die Sauberkeit und die Lebensqualität ist nicht mit Mumbai vergleichbar. Die Entspanntheit der Menschen – ob Besucher oder Lokale – ist ansteckend.
Der Grund dafür liegt auf der Hand: die Gegend quillt quasi über von Yoga-Studios, Ayurveda-Zentern, diversen Spa-Angeboten und alles für einen gesunden, ganzheitlichen Lebensstil. Kein Wunder, dass wir uns hier so wohl fühlen.

Mysore palace

Meine Yoga-Schule, wo ich täglich einem harten Tagesablauf nachgehe, ist traumhaft schön, doch die Menschen, die neuen Geschmäcker und Eindrücke sind es, die diesen Ort so lebenswert machen. Man steht hier einfach gerne mit den ersten Sonnenstrahlen auf und beginnt erstmal mit einer ordentlichen Dosis Yoga, bevor man in den Tag startet.

Nori´s Alltag hier ist ein wenig lockerer eingeteilt als meiner, dennoch ist sie den ganzen Tag mit Yoga, ihren bald startenden Ayurveda-Kursen, Schreiben, Entdecken und Geniessen beschäftigt. Wir blühen total auf und feiern jede Minute unseres Hierseins.

Es ist schön, die anfängliche Angst und Vorurteile hinter uns lassend, sich langsam in der vorübergehenden Heimat auch zu Hause zu fühlen, die Kultur zu verstehen und die hiesigen Traditionen zu akzeptieren bzw. zu adaptieren. Es ist ganz natürlich geworden, dass Nori sich die Schultern bedeckt, dass wir die rechte Hand für die meisten Sachen benutzen, ein Namaste und eine kleine Verbeugung machen, wenn wir uns bedanken oder einfach mit Leuten ins Gespräch kommen und sie proaktiv auf ihre Traditionen ansprechen…jeder ist froh, wenn man sich für seine Kultur interessiert bzw. sie respektiert und wir erweitern mit jedem Gespräch unser Horizont. Dadurch, dass in Indien Englisch ein Pflichtsprache ist, wird unsere Kommunikation mit den Lokalen auch um einiges erleichtert.
Wir haben mit Mysore eine gute Wahl getroffen und freuen uns auf jeden neuen Tag aufs Neue. Ganz besonders auf die täglich frischen Kokosnüsse! 😉

Palace garden

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