12 Millionen Inder und wir

Traditional Indian clothing

Endlich sind die Globe-Rockers wieder auf Tour und damit meine ich nicht die kleinen Urlaube und Ausflüge, die wir seit unserer großen Entdeckungsreise in 2014 unternommen haben. Diesmal lassen wir unseren Alltag für 3,5 Monate pausieren, entfernen uns vom kalten, europäischen Winter und stürzen uns in neue Abenteur in Indien, Sri Lanka und Thailand. Wobei die letzten zwei Destinationen noch nicht fixiert sind.

Unsere erste Station im Land der Farben und Gewürze, Mumbai, war natürlich ein krasser Schocker…vor allem für uns, die noch nie in Indien gewesen sind. Später erfuhren wir dann auch, dass man als Indien-Grünschnabel besser nicht mit den Großstädten starten sollte, denn der Kontrast zur westlichen Welt ist wohl hier am extremsten. Nun ja, weitere Missgeschicke und kulturelle Fauxpas sollten noch folgen.

View on Mumbai

Man plant ne Reise, recherchiert, holt Tipps ein und dennoch, wenn man da ist ist doch alles ganz anders. Unsere Hotelwahl war, sagen wir mal, sehr authentisch, nicht was das Zimmer (denn das war herrlich), sondern eher was die Gegend betraf. Wir haben uns an die Nähe der touristischen Sehenswürdigkeiten orientiert und sind automatisch davon ausgegangen, dass die Hotels in dieser Umgebung sehr touristisch sind. Weit gefehlt…
Crawford Market, die Gegend, wo wir abstiegen, war wenn überhaupt nur von anderen asiatischen Touristen okkupiert, wir stachen also extrem mit unserer von der Sonne vernachlässigten weißrosa Hautfarbe heraus. Als Folge dessen hätten wir – jedes Mal, als wir aus dem Hotel rauskamen – unsere Lebensmittel- und Souvenireinkäufe, unsere Reiseplanung und unsere allgemeine Spendierfreude in einem Abwasch an den Scharen von Lokalen, die uns umringt haben, erledigen können. Nun, alles Dinge, an denen man sich in Indien gewöhnen sollte. Traurig, aber wahr: westliche Touristen = Dollarzeichen.

Biggest open laundry in Asia

Zu einer geführten Tour mit dem herzensguten Surendra haben wir uns dann aber doch überreden lassen, denn alleine hätten wir die Stadt wohl kaum packen können. Die Tour fand am indischen Tag der Republik (am 26.01.1947 wurde Indien unabhängig), sprich einem großen nationalen Feiertag, statt.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie u.a. Gateway of India, “Queens Necklace”, Jain Temple, Hanging Gardens, Tower of Silence, Victoria Building und das Gandhi Haus in der Tasche hatten wir die ca. 5% der Stadt erschlossen, die für Touristen als eher ungefährlich gilt. Den Rest der 12-Millionen-Stadt haben wir dann auch tatsächlich ruhen lassen.

Hotel Taj Mahal

Mit gemischten Erlebnissen starteten wir also unser Indien-Abenteuer. Damit meine ich, dass die kulturellen Diversitäten sich oftmals stark von den europäischen Gepflogenheiten unterscheiden und uns somit häufig in unangenehme, aber auch lustige Situtationen brachten. Es ist zwar vorblidlich im vornherein zu wissen, was die Do´s and Dont´s der indischen Kultur sind, sie aber dann tatsächlich im Alltag anzuwenden hat uns einiges an Energie gekostet.

Ich bin zum Beispiel Linkshänder, welches in Indien einfach mal nicht existiert, weil die Kinder automatisch alles auf rechts lernen ungeachtet dessen, was die Natur für sie vorgesehen hat. Alles und damit meine ich wirklich alles, was Du mit der linken Hand als Linkshänder machst (z.B. essen, bezahlen, Sachen entgegennehmen) ist höchst beleidigend in der indischen Kultur. Daher wurden wir quasi fast aus einem Restaurant geschmissen, weil ich diesen Brauch vergessend, mit der linken Hand aß, mich aber die ganze Zeit wunderte, warum ich tödliche Blicke von den Mitarbeitern empfing. Natürlich steigt die Toleranzgrenze westlichen Touristen gegenüber in touristisch besser erschlossenen Gegenden, doch wie ich schon sagte, waren unsere Unterkunft und die Restaurants, wo wir aßen, in einer sehr lokalen Gegend.

Nori got blessed too

Recieving blessing

Weitere krasse Tabus, die uns aktiv aufgefallen sind, waren: keine nackten Frauenschulter, keine Berührung zwischen Männern und Frauen (nicht mal die Hand schütteln), niemanden mit den Füßen berühren, der Mann bestellt und zahlt immer und natürlich die Sache mit der linken Hand. Mittlerweile sind wir total im Flow und achten peinlich genau auf die hiesigen Gepflogenheiten. Es ist wichtig die Kultur und Sitten eines Landes zu respektieren und sie auch zu befolgen, auch wenn die Umstellung am Anfang durch Unwissen und dem jahrelangen Automatismus im Heimatland recht schwierig sein kann.

Jai temple

In den 3 Tagen in Mumbai hatten wir bereits so viel über Indien gelernt und sind nun offen für mehr, neue Erlebnisse, fantastische Menschen und natürlich noch mehr leckere Gerichte.
Unsere nächste Station wird Mysore sein, wo wir uns gänzlich dem Yogic und Ayurvedic Lifestyle widmen werden und uns schon extrem auf die Transformation und die neuen Eindrücke in diesem spannenden Land freuen.

Alle Fotos ihr hier

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