Mit kleinem Geld im großen Hong Kong

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Hong Kong zählt zu den teuersten Städten der Welt, aber auch zu den coolsten. Teuer hin oder her, es lohnt sich absolut diese Metropole zu besichtigen…und zwar einmal jährlich 🙂
Wir reisen – und das ist Euch beim Lesen unserer früheren Artikel bestimmt schon aufgefallen – mit einem sehr schmalen Budget…und bei Hong Kong waren wir uns ziemlich sicher, dass unser geplanter Kostenrahmen komplett gesprengt werden würde. Überraschenderweise konnte wir uns dennoch an unseren Plan halten und dies ohne jedesmal den Geizhals raushängen zu müssen.
Dieser Artikel soll Dir helfen mit einem dünnen Geldbeutel eine unvergessliche Zeit in Hong Kong zu erleben.
Timing
Wenn Du kannst dann versuche Dein HK-Besuch auf unter der Woche zu legen. Der Grund ist sehr einfach: Fahrpreise, Eintrittspreise und andere Dienstleistungen werden einfach mal an Wochenenden wesentlich teurer. Dies gilt auch für die Unterkünfte.
Unterkunft
Und wenn wir schon bei diesem Thema sind, sollte unbedingt erwähnt werden wie unverschämt teuer die Unterkünfte in dieser Monstermetropole sind. Ein Hotel- oder sogar Hostelzimmer für zwei unter 35 € zu finden ist schier unmöglich. Wir waren natürlich auch gewillt unser Zimmer mit anderen Reisenden zu teilen, doch in erschreckend vielen Hostels kann man nur ein komplettes Zimmer buchen (und nicht einzelne Betten). Lass Dich da also auf keinen Fall übern Tisch ziehen! Wenn Du also geduldig genug suchst, dann findest Du schon nette Hostels, wo man die Betten im Zimmer einzeln buchen kann. Am besten schaust Du auf Portalen wie hostelworld oder booking.com nach. Rechne aber in einer annehmbaren Gegend mit 15-20€/Bett!
Da Hong Kong für 7 Millionen Menschen Unterschlupf gewähren muss, kannst Du Dir auch sicherlich vorstellen wie groß die Budget-Zimmer ausfallen…und klein ist da schon eine freundliche Bezeichnung! Da Du aber sicherlich den ganzen Tag in der City verbringen wirst und das Zimmer nur zum Schlafen benutzt kann man es schon mal für ein paar Tage in einem Mikrozimmer aushalten. Verschwende also nicht allzu viel Geld für Dein Zimmer, dafür ist Hong Kong viel zu spannend.
Nach einer schlechten Hotelerfahrung (zum Glück aber nur für eine Nacht gebucht) hatten wir ein sehr nettes Hostel (Hong Kong Hostel) in Causeway Bay, auf dem Hong Kong Island, gefunden.
Dieser Bereich ist voll mit – für hiesige Standards – bezahlbaren Hostels und da die Gegend supercool und zudem absolut zentral ist, empfehlen wir Dir in dieser Gegend zu buchen. Sollten Dir die Preise immer noch zu hoch sein, dann ist auf jeden Fall die kostenlose Alternative Couchsurfing zu empfehlen. (www.couchsurfing.org). Es gibt sehr viele Angebote von Lokalen, die für Touristen gerne ihre Couch zur Verfügung stellen. Achte aber bei der Suche auf die Lage der Unterkunft (manche können nämlich ziemlich weit weg vom Schuss sein). Zusätzlich solltest Du auch – wenn ihr zwei oder mehrere seid – auf die Anzahl der akzeptierten Gäste achten, denn viele Einwohner HK-s wohnen in kleinen Studioapartements und können daher nur einen Gast empfangen. Einen Versuch ist es aber auf jeden Fall wert!
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Öffentliche Verkehrsmittel
Der ultimative und billigste Tipp fürs Rumkommen in der Stadt ist natürlich zu Fuß. Es ist immer kostenlos und tut der Gesundheit gut, doch im Fall dieser Monsterstadt ist es nur bedingt empfehlenswert. Zum Glück verfügt aber HK über ein sehr übersichtliches und gut organisiertes öffentliches Verkehrssystem und wenn Du sie schlau nutzt, dann kannst Du ziemlich günstig rumkommen. Das Grundkonzept ist: entweder Du willst schnell an Deinem Ziel ankommen dann zahlst Du aber auch ordentlich oder aber Du entspannst Dich und nimmst Dir Zeit und schonst dabei ordentlich Deine Geldbörse. Klingt fair, oder?
Als Budget-Reisender hat man in der Regel mehr Zeit als Geld zu Verfügung, weswegen auch die letztere Variante einleuchtend ist. Günstig kommst Du also rum, wenn Du die Tram, Busse oder Fähre nutzt und so gut es geht die MTR (Metro) zu meiden versuchst.
Seit 1904 erfreuen sich nicht nur die Lokalen, sondern auch die Touristen über die zweistöckigen Trams, die auf der Hong Kong Island die östlichste mit der westlichsten Ecke verbinden. Die gemütlich in der Stadt tuckernde Tram kann man für 0,30€, egal wo man ein- oder aussteigt, benutzen und bekommt zusätzlich noch eine schöne Stadtrundfahrt geboten. Die Regel: hinten einsteigen und vorne beim Aussteigen passend bezahlen.
Busse sind ebenfalls viel günstiger als die Metro und sind sehr gut in der kompletten Stadt vernetzt, so dass man mit ihnen wirklich überall hinkommt! Bezahlt wird passend beim Einsteigen je nachdem wo man aussteigen möchte (die exakte Summe kannst Du immer der Anzeigetafel entnehmen). Bei den Bussen nicht nur die großen Doppeldecker suchen, manchmal sind es nur kleine, schnucklige 16-Sitzer.
Die dritte Alternative zur U-Bahn ist die Fähre. Auf jeden Fall sollte die Route zwischen Kowloon und Hong Kong Island einmal mit der Fähre hinterlegt werden. Die Fahrt ist nicht nur wunderschön, sondern für 0,25€ auch unschlagbar günstig.
Solltest Du mal einen Ausflug zu einem der zahlreichen Inseln machen wollen, dann schonst Du Dein Budget am Besten, wenn Du anstatt der schnellen Fähre (fast ferry) die langsame und deutlich billigere (regular ferry) nimmst.
Die MTR (Mass Transit Railway), sprich die Metro ist die effizientes Variante um rumzukommen und somit auch eindeutig die teuerste. Die Züge sind pünktlich, verfügen über kostenloses WLAN und sind extrem schnell!
Mit ihnen gelangt man am schnellsten vom oder zum Flughafen, doch hierfür zahlt man horrende Summen. Als Alternative bietet sich hierzu der Transfer mit dem Bus an. Die Regel sollte Dir schon vertraut sein: langsamer, aber auch viel billiger.
Lass Dir also erklären von wo aus der nächste Flughafenbus (auch die haben WLAN 🙂 ) abfährt und freu Dich über die gesparten Taler!
Solltest Du länger als eine Woche in Hongkong bleiben, dann solltest Du den Kauf einer ‚Octopus-Card‘ in Erwägung ziehen. Diese geben Dir Rabatt auf die regulären Ticketpreise, Du benötigst auch nicht immer Dein Fahrgeld passend dabei zu haben und Du kannst damit auch in etlichen Geschäften/Restaurants bezahlen. Infos findest Du hier.
Zum Glück ist die zweite offizielle Amtssprache englisch, somit musst Du Dir keine Sorgen machen, dass Du ständig irgendwelche chinesischen Zeichen entziffern musst!
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Essen
Was das Essen betrifft so bietet Dir die Stadt eine vielseitige und bezahlbare Auswahl an Leckereien an.
Das erste was Dir wahrscheinlich ziemlich schnell auffallen wird, ist, das die Chinesen sehr viel Fleisch essen…und das in allen möglichen, manchmal sehr gewöhnungsbedürftigen Varianten! Manchmal siehst Du ein süß aussehendes Bäckereiprodukt, Du fühlst schon förmlich wie die Schokolade auf
Deiner Zunge zergeht und PENG es ist mit Schweinefleisch oder Innereien gefüllt! Sei also achtsam!
Trockenfleisch, Fisch und alle Arten von Meeresfrüchten erwarten Dich auf den Straßen von Hong Kong.
Die günstigste – und authentischste – Option ist Streetfood! Für weniger als 1€ kannst Du Dich genüsslich durch z.B. Fischball, Schweinehoden oder frittiertem Octopus durcharbeiten. Manche sind betörend lecker, andere eher interessant. 🙂
Als Dessert empfiehlt sich Eierkuchen oder Waffeln. Beide mit Suchtfaktor!
Wenn Du mit dem Streetfood durch bist und Du Lust auf ein bisschen gehobenere Küche hast, dann findest Du auch hierfür zahlreiche günstige Restaurants, wo Du die traditionellen Nudelgerichte oder Suppen für 2-3€ probieren kannst. Eines unserer Lieblinge war Dim Dim Sum (von TripAdvisor zum 100 besten Restaurants der Welt gewählt!), eine kleine – mittlerweile – Restaurantkette, bestehend aus vier winzigen Lokalen und mit einem Essen, das Dich aus den Latschen haut! Obwohl sie genau wissen, was der o.g. Titel für eine kommerzielle Bedeutung hat sind sie sehr erschwinglich geblieben und bieten täglich unverschämt günstige, frisch zubereitete Gerichte an. (mit ca. 8€ pro Kopf wird man ordentlich satt)
Supermärkte sind generell teuer und da man aber für ein paar Euros unterwegs essen kann, sollte man erst gar nicht ans Kochen denken. (aber ein paar Snacks und leckeres Obst kann man sich mal gönnen)
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Shopping
Auch wenn Du die ganze Zeit im Sparfuchs-Modus bist, kannst/solltest Du Dir hin und wieder Mal was Nettes gönnen! Ein kleines Souvenir oder ein Key-Peace für Deinen Kleiderschrank bekommst Du auf den zahlreichen Straßenmärkten der Stadt! Und davon gibt´s genügend! Am bekannteste sind das Ladies Market, Temple Street Market oder Stanley Market (aber es gibt noch viele andere) und alle sogar zu Fuß erreichbar auf der Kowloon Island.
Sollten Dir die geforderten Preise nicht passen dann kannst Du mit dem lustigen Feilschen-Spiel anfangen. Werd nur nicht schwach und geh einfach weiter, wenn der Verkäufer nicht im Preis runtergeht…er wird Dir hinterherlaufen! 🙂
Nun kennst Du alle wichtigen geldschonenden Tricks, um in Hong Kong zurechtzukommen, mach Dich also bereit auf einen coolen und entspannten Besuch in dieser verrückt-sympathischen Stadt!
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Unsere persönlichen Erlebnisse findest Du hier.

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