Die blauen Berge

IMG_9751IMG_9807

Noch gar nicht richtig die Schönheit Tasmaniens sacken lassen, als schon unser Flug nach Sydney, in die aufregende Weltmetropole und für mich DIE absolut symbolischste Stadt für Australien, anstand. Unsere freundliche Gastmutter Marylin hat uns zum Flughafen Launcenston gefahren und uns somit aus der ländlichen Idylle in den Großstadtdschungel entlassen.

Zum Glück haben wir den Übergang zwischen Natur und City sanft angehen lassen und mit einem dreitägigen Roadtrip zu den berühmten Blue Mountains überbrückt.

Am Flughafen haben wir uns nämlich mit unserer französischen Great-Ocean-Road-Kompanin Marion getroffen, die extra aus Melbourne für ein paar Tage zu uns gestoßen ist. Mit von der Partie war noch die dänische Pernille, eine Freundin von Marion.

Zusammen haben wir direkt am Flughafen einen kleinen Geländewagen angemietet, um für die nächsten Tage die ca. 60 Km von Sydney liegende zauberhafte Berglandschaft zu besichtigen.

image 65

Die besagten Blue Mountains haben ihren Namen ihrer intensiv blauen Farbe zu verdanken, die nicht etwa durch irgend eine chemische Katastrophe entstand, sondern dank der Eukalyptuswälder, deren Dunst die komplette Landschaft mit einem blauen, nebligen Schleier bedeckt.

Da ich ehrlich gesagt noch nie was von diesen Bergen gehört habe, bin ich mit wenig Anspruch und ohne der üblichen hohen Erwartungshaltung in dieses Abenteuer eingestiegen.

‚Die Mädels machen das schon‘ – dachte ich mir und habe mich entspannt zurückgelehnt! Tatsächlich war meine einzige Aufgabe den DJ zu spielen und anhand der Karte Marion zu navigieren, Nora und Pernille haben solange hinten eifrig einen Tourenplan zusammengestellt!

IMG_9736

Mit offenen Fragen (überwiegend zum Thema ‚Übernachtung‘ und den besten Barbecue-Stellen) sind wir kurz vor Ladenschluss im Infozenter in Glenbrook, der ersten offiziellen Ortschaft der Blue Mountains, angekommen! Der freundliche Ben, hat uns mit den besten Tipps, angepasst an unser Null-Budget, ausgestattet und hat uns dank seiner Kontakte ein supergünstiges Hotel in Mount Victoria besorgt! In guter deutscher Manier haben wir uns noch schnell mit Lebensmitteln bei ALDI eingedeckt (für mich immer wieder berauschend da reinzugehen, denn es ist einfach wie zu Hause 🙂 , um dann noch den dramatischen Sonnenuntergang bei den ‚Three Sisters‘, einer herausragenden Felsformation inmitten der saftigen Wälder, zu erhaschen! Wer sich für die Geschichte der drei Schwestern aus der Dreamtime der Aborigines interessiert der klickt bitte hier.

Three sisters

Three sisters

Unser Hotel erinnerte an den Kostümfilm ‚Vom Winde verweht‘, im Foyer mit großem, gewundenem Treppengeländer aus Holz, riesigem Kamin, einem Salon mit Chesterfield-Sofas und natürlich einem Flügel.

Unser Zimmer war klein, aber bequem und direkt nebenan war ein Aufenthaltsraum mit großen Sesseln, Tisch und Fernseher eigentlich passend für 4 Personen, also uns. Das besagte Zimmer sofort okkupiert haben wir erstmal einen schönen Abend mit Abendbrot, Rotwein, Jazzmusik und entspannten Gesprächen genossen!

In den nächsten Tag sollten wir aus dem Staunen, Fotographieren, Aaaah- und Oooh-Rufen gar nicht mehr rauskommen!

Das Innere der Wälder der Blue Mountains ist überraschend dschungelartig, voll mit Wasserfällen, von den Bäumen runterhängenden Blütengewächsen und sehr viel Farnen im Dickicht!

Nur das Wetter war nicht tropisch, obwohl uns unser Wetterkarma mal wieder mit ungewöhnlich milden Temperaturen und viel Sonnenschein verwöhnt hat. Alle paar Meter kam ein Aussichtsspunkt, das einen neuen, cineastischen Blick auf die Berglandschaft freigab!

IMG_9788

Inmitten der Berge verstecken sich auch die Jenolan-Höhlen, die mit ihren 340 Millionen (!) Jahren die ältesten offenen Kalksteinhöhlen der Welt sind! Eine halsbrecherische Straße führte uns dahin, doch unsere Mühe wurde nicht nur mit einem kompletten Szenenwechsel mit den mystischen Höhlengängen belohnt, sondern auch einem erstaunlich blauem Bergsee, der durch seinem stark mineralhaltigem Wasser leuchtend blau und gleichzeitig Heimatort zahlreicher, aber leider sehr scheuer Schnabeltiere ist.

The blue lake

The blue lake

Naja, unser Tierkarma war an diesen Tagen wohl nicht so gut, denn wir haben weder Schnabeltiere, noch Koalas und leider auch nur zwei tote Kängurus am Straßenrand sichten können. Doch dafür sollten wir dann später in Byron Bay mit Walen, Delphinen und exotischen Papageien entschädigt werden! 🙂

image 119

Mit entspanntem Gemüt, die Nasen noch voll vom Eukalyptusduft der Wälder waren wir nun bereit in den Schoß des urban-coolen Sydneys zu fallen…und wurden wahrlich nicht enttäuscht!

alle Bilder hier

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*